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Vaterland Ansprache in der heiligen Messe am Tage der Hausübernahme des freiwilligen Arbeitsdienstes auf Burg Rothenfels [1933] „Wenn der Herr das Haus nicht baut, mühen sich vergebens, die es bauen.“ Das sind Worte aus dem 127. Psalm. Am heutigen Tage wird hier ein Haus übernommen und in den Dienst einer Sache gestellt, die Alle angeht. So ist es recht, sich hier am heiligen Orte, vor Gott, einen Augenblick zu besinnen, welcher Aufgabe das Werk dienen soll. Was ist das, in dessen Dienst das Haus da droben gestellt wird? Es gibt in unserer Sprache vier Worte dafür. Jedes sagt etwas Anderes, und doch meinen sie alle die eine, nämliche Wirklichkeit. Das erste Wort heißt „Vaterland“. Es drückt etwas Großes aus, etwas Leuchtendes und Mächtiges. Wenn wir „Vaterland“ sagen, denken wir an die Berge, die herrlich dastehen; an die Flüsse mit ihrem stillen Strömen; an Küste und weites Meer. Wir denken an hohe Wälder und reifendes Korn; an die Städte mit ihrer Arbeit; an den Raum der Lüfte und an die Tiefen der Bergwerke. Das zweite Wort heißt „Heimat“. Darin schwingt etwas Innerliches, Inniges. Heimat ist Ursprung. Es ist irgendwie eins mit der Mutter, mit ihrem guten Schoße. Erdgrund und Mutterschoß: Die Wesenswurzeln des Menschen liegen dort. Heimat ist das Bergende. Das Unsere ist dort behütet; dort können wir es immer wieder suchen. Auf das Vaterland stützt sich der freudige Stolz. Zur Heimat laufen die Wurzeln des Herzens. Das dritte Wort heißt „Volk“. Es meint die Menschen, die durch gleiches Vaterland und gleiche Heimat zusammengehören. Es | ||
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