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Die Entfernung des Andromeda-Nebels Vor einiger Zeit kam mir eine Mappe in die Hände mit dem Titel »Die Milchstraße und die kosmischen Nebel«. *1 Es sind Wiedergaben astronomischer Photographien; große Blätter, von Wolken leuchtender Punkte übersät. Vom Sternenhimmel ist ja oft gesagt worden, er habe etwas Heilig-Geheimnisvolles an sich. Die Weite des Raumes, das Regungslose und Schweigende, die aller lebendigen Bewegung und Gestalt fremde Art der funkelnden Punkte und der starren Linien, mit denen unsere Phantasie sie verbindet - das alles redet wohl in guter Stunde von Überweltlich-Ewigem. Hier, vor den Blättern, wurde der Eindruck noch viel stärker. Ich habe noch nie durch ein großes Fernrohr geblickt; in diesen Photographien sah ich zum ersten Mal die winzigen Sternpunkte zu einer Größe angewachsen, die es mir leichter machte, sie als Körper, Erden, Sonnen zu denken. Die beigelegte Einführung aber half dem Auge und der Vorstellung, sich zurechtzufinden. Sie sprach von Ordnungen, Entfernungen, Größen und auch aus den knappen Zahlen trat das Geheimnishaft-Große hervor. Eine der Tafeln zeigt die Photographien des Andromeda-Nebels. Dem bloßen Auge erscheint es als kleiner, leichter Lichtfleck. Der Herausgeber fordert uns zu folgenden Überlegungen auf. Ein Lichtstrahl schießt in einer Sekunde durch eine Strecke von 300000 Kilometer hin. (Der Weg um die ganze Erde beträgt ihrer 40000.) Wenn wir uns also denken, dieser Strahl gehe jetzt von der Erde aus, so gelangt er nach Ablauf von 8 Minuten in das Zentrum der Sonne; nach 4 Stunden kreuzt er dann die Bahn des äußersten Sonnenplaneten, *1 Erstes Stück der Reihe »Das Weltall im Bild«, 1925 | ||
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