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Von ihr wollen wir nicht sprechen; Gott bewahre uns vor ihrem Grauen. Hier soll von der guten Nacht die Rede sein; von der Bedrängnis des Menschenherzens, von der Not der Schöpfung, die zu Gott drängt und über alle Hoffnung hinaus hofft, daß an ihr das Wunder der Gnade geschehen werde. Das ist die dunkle Tiefe der Kreatur; ihre Schuld und ihr Leiden, aber nicht verschlossen in sich selbst, stolz und hoffnungslos, sondern hinüber-, hinaufgeöffnet zum Geheimnis des neuen Anfangs. Dieses ihr Hoffen ist selbst schon Gnade; selbst schon Beginn der Erlösung. In ihr leuchtet das Licht auf. Wenn wir vor der Gerechtigkeit Gottes einen Anspruch aus unserm Guten machen wollten, müßte er zerbrechen. So wollen wir vor Seiner Liebe - nicht einen Anspruch, aber eine Macht machen aus unserer Not, aus unserer Unwissenheit, aus unserer bereuenden Sünde. Tragen wir das alles vor Ihn: »Herr, Du bist der Schöpfer und die Liebe! Du hast aus dem Dunkel der Welt das Licht Deines Sohnes hervorgehen lassen: in der Nacht der Geburt, in der Nacht der Auferstehung. Laß aus unserer Nacht hervorgehen, worauf wir hoffen: die Nähe Christi; Seine Erkenntnis und die Verbundenheit mit Ihm.« Dann mag geschehen, was will. Einmal kommt der Ausbruch des ewigen Lichtes aus der letzten Nacht der Welt, und wir werden an ihm Anteil haben. II. Osternacht Wieder ist die Osterkerze angezündet worden, und ihr Licht ist weitergewandert, lebt nun überall zwischen den Angesichtern und erfüllt den Saal mit seinem warmen Geheimnis. Wir fühlen, daß es etwas Besonderes bedeutet. Vor allem redet es vom Geheimnis des Lichts überhaupt, denn es ist nicht selbstverständlich, daß es das Strahlende gibt und unsere Augen es schauen. Nichts ist selbstverständlich, am wenigsten etwas so Holdes. Hinter ihm liegt göttliche Freundlichkeit. Dann aber redet es vom Licht des Geistes - und laßt es euch | ||
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