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Das Objektive im Gebetsleben
Zu P. M. Festugières »Liturgie catholique«
[1922]

I.
Im Jahre 1913 erschien eine Schrift des belgischen Benediktiners Dom M. Festugière über die Liturgie der Kirche *1, die besondere Aufmerksamkeit verdient. Das Buch stellt in seinem Hauptteil einen Anlageplan zu einer natürlichen Theorie des liturgischen Gebetslebens dar. Die einzelnen Teile des Systems sind nicht gleich ausführlich behandelt. Manche gehen bis ins einzelne, andere beschränken sich auf die großen Gesichtspunkte. In sehr zahlreichen Anmerkungen setzt der Verfasser sich mit seinen Gegnern auseinander. Kapitel 13 ist - zum größten Teil - in zusammenhängenden Ausführungen entwickelt.
Der Inhalt des Buches gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil behandelt die Geschichte der liturgischen Frage. Er beginnt mit der Bedeutung von Juden- und Heidentum für den kirchlichen Kult und mit der Frage nach dessen Entstehung und erster Entwicklung. Vom B. Kapitel an werden die allgemein geistigen und kirchlichen Strömungen erörtert, die ihm nicht günstig waren; Reformation, Jansenismus, Quietismus usw. Folgen die Geisteskreise, welche durch die Namen des Kardinals Xinones, des heiligen Ignatius von Loyola, Franz von Sales und der Sulpizianer bezeichnet sind. Darauf die Romantik. Mit Abt Prosper Guéranger von Solesmes die Periode der bewußten liturgischen Erneuerung, welche durch Pius X. ihre feierliche Bestätigung erhielt. Endlich kurz die Haltung der anglikanischen Kirche und ein Ausblick in die Zukunft. - Der zweite
*1 Sie ist die Sonderveröffentlichung einer in der Revue de Philosophie erschienenen Arbeit aus dem gleichen Jahr und heißt mit genauem Titel: La liturgie catholique, essai de synthèse, suivi de quelques développements.

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