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40. Brief vom 18.01.1914, Freiburg Freiburg 18. Jan. 14. Lieber Josef Gestern erhielt ich von D. M. einen Brief, der mir von den letzten Tagen in W.*327 berichtete. Ich habe mich herzlich darüber gefreut, denn er erzählte viel Schönes. Den Brief aber, den ich auf die vorausgehenden schrieb, will ich doch absenden, wenn er auch in manchem nicht angebracht sein mag. Du siehst aus ihm, was ich Dir damals sagen wollte. Und verdrießt Dich der böse Prediger-Freund, so wirfst die Epistel ins Feuer, gelt? Und bist ihm nicht böse drum? D. M. meinte, Du sollest nun eine Geschichte der Zeiler Krippe schreiben.*328 Ja, ja, tu das! Du hast jetzt die beste Gelegenheit dazu. Soll ich Deinen Vater bitten, daß er Dir die Arbeit durch Material und Erlaubnis ermögliche? Gleichzeitig schicke ich Dir ein paar liebe Fugelbilder. Besonders die Bergpredigt ist gar schön!*329 Nun schreib bald wieder. Wenn ich weiß, daß es Dir recht ist, dann packe ich wieder einmal allerlei aus. Hab manches zusammen, was Dich interessieren wird. Bitte die herzlichsten Grüße an Deine lieben, verehrten Eltern und Deine Schwester*330. Dein Romano. 327 Wangen. 328 Die Eltern Weigers besaßen auf Schloß Zeil, Josef Weigers Geburtsort, eine historische Krippe von 1200 Figuren; geschnitzt von Bildhauer Härle aus Guttenzell. Vater Cäsar Weiger arbeitete an der weiteren Ausgestaltung der Krippe sein Leben lang. Sie wurde immer in der Weihnachtszeit in der Wohnung aufgestellt; abends wurde davor der Rosenkranz gebetet. - Soweit bekannt, schrieb Weiger keinen Artikel darüber. 329 Der Maler Gebhard Fugel verkehrte in Wangen mit Weiger und Knoepfler; vgl. Br. 21 und 31. 330 Maria Weiger (1882, Schloß Zeil, bis 19?, Ravensburg). | ||
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