Romano Guardini Online Konkordanz
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Ich fahre in 2 Tagen nach Potsdam. Montag wird der Umzug sein*808; wird etwa, samt den ersten Ordnungsarbeiten, 3-4 Tage in Anspruch nehmen, dann denke ich etwa am Sonntag oder Montag/Dienstag in Mooshausen zu sein.
Hier schicke ich Dir ein Manuskript, an dem mir viel liegt.*809 Lies es doch bitte genau durch, damit wir es zusammen bearbeiten können. Ich will es in den Schildgenossen bringen.
Auf gutes Wiedersehen also. Vielleicht schreibst Du mir ein Wort nach Potsdam (Leipziger Straße 13 Gartenhaus)
Romano

100.
Brief vom 04.09.1927, Potsdam.
Potsdam 4.9.27.
Lieber Joseph
Hier hat sich der [!] Durcheinander des Umzuges nun gelichtet.*810 Es war sehr viel Arbeit. Und dazu allerhand Sorgen, von denen Dir, wie sie am Telephon sagte, Gerta Krabbel*811 berichtet hat. Ich weiß nun noch gar nicht, wie es damit gehen wird. Jedenfalls komme ich, sobald ich kann; doch nicht vor Donnerstag. Wie ich erfahre, ist ja M. Speth*812 da; so ist doch ein bischen Gesellschaft.

808 Nach Potsdam, Leipzigerstraße 13, Gartenhaus.
809 Vermutlich der wichtige Aufsatz: »Heilige Schrift und Glaubenswissenschaft«, in: SchG 8, 1 (1928), 24-57 (M 260).
810 Am 1. September 1927 war Guardini in die Leipziger Str. umgezogen. Vgl. maschinenschriftlichen Brief an Rudolf Schwarz vom 8. Juli 1927 (Archiv M. Schwarz, Köln): »Jetzt ziehe ich in ein Einzelhäuschen am Brauhausberg. Es ist höchst merkwürdig. Unter anderem haben sämtliche Fenster Gitter. Die Gitter werden weiss gestrichen, sodass sie also von innen her gesehen im umgebenden Lichtreich verschwinden, von aussen her sind sie aber sehr sichtbar. Ausserdem führt von der Ebene der Leipziger Str. - so heisst der poetische Name - 81 Stufen zu besagter Villa. Man kann aber auch von hinten her kommen, am Reichsarchiv vorbei, und da ist es sehr poetisch. Ich rechne bereits mit der Möglichkeit eines weiteren Umzuges. Das Sprüchwort [!] sagt: dreimal umgezogen sei einmal abgebrannt. Die Drei habe ich in Potsdam bereits voll, und die 4. winkt von fern.«
811 Vgl. Br. 82.
812 Maria (»Maya«) Speth geb. Kiesling, aus Wangen, die Witwe des Malers Karl Otto Speth (? 6. Mai 1925).

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