Romano Guardini Online Konkordanz
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Eberle*32 ist in Freiburg. Karl*33 schreibt - im Vertrauen - er habe sich zu seinem Bessern gemacht.
Was macht der freie Abend Hefeles, Onkens*34 u. s. w.? Die sozialen Zirkel? Die Fakultät? Prof. Koch?*35 Wie steht er mit Rottenburg*36?
An Dich herzlichste Grüße
Dein Romano.

32 Eberle, Joseph (1884, Ailingen, bis 1947, Salzburg), Kommilitone aus Tübingen, 1913?1916 Journalist bei der Tageszeitung Reichspost, leitete 1918?25 die Wiener Wochenschrift Das Neue Reich, ab 1925 die katholische Wochenschrift Schönere Zukunft, seit 1932 vereinigt mit Das Neue Reich. Vgl. GF 49.
33 Neundörfer, Karl (5.5.1885, Wöllstein/Rheinhessen, bis 13.8.1926, Sils Maria, Gletschertod), Jurist und Theologe, bedeutender Kirchenrechtler und neben Weiger Guardinis bester Freund. Werke: Der ältere deutsche Liberalismus und die Frage der Trennung von Kirche und Staat nach ihrem gegenwärtigen Stande, (Diss.) Mainz 1909 und München 1913. Postum erschienen: Karl Neundörfer zum Gedächtnis. Von seinen Freunden (u.a. mit Nachruf von Guardini), Mainz 1926; Karl Neundörfer, Zwischen Kirche und Welt. Ausgewählte Aufsätze aus seinem Nachlaß, hg. v. Ludwig Neundörfer und Walter Dirks, Frankfurt 1927 (beide in BM). Vgl. GF 60ff.
34 Kommilitone aus Tübingen.
35 Koch, Wilhelm (1874, Ludwigsburg, bis 1955, Tettnang), katholischer Dogmatiker in Tübingen, wegen »Modernismus« 1916 verdächtigt und abgesetzt. Werke: Dogmatik, Tübingen 1907 (BM); Die Taufe im Neuen Testament, Tübingen 1910; Das Abendmahl im Neuen Testament, Tübingen 1911; u.a. Guardini schätzte ihn und widmete ihm sein Pascalbuch Christliches Bewußtsein. Vgl. BL 83f; GF 51ff.
36 Rottenburg ist Bischofssitz der Diözese, damals von Bischof Paul Wilhelm von Keppler eingenommen. In der Bibliothek Mooshausen befinden sich zwei Werke von ihm: Homiletische Gedanken und Ratschläge, Freiburg 1910, und: Die Armenseelenpredigt, Freiburg 1913.
2.
Brief vom 25.11.1908, Mainz.
Lieber Josef!
Schönen Dank für Sendung und Brief. Zugleich mit diesem geht eine Postanweisung mit M. 3,20 an Dich ab. -
Mich freuts, daß Staudenmaier*37 Dir gefällt. Mache Dich auf die Biographie v. Lauchert*38, Herder 1901 aufmerksam. (Er hat auch ein

37 Staudenmaier, Franz Anton (1800, Donzdorf/Württemberg, bis 1856, Freiburg i. Br.), katholischer Theologe. Guardini bezieht sich auf: Die Philosophie des Christentums oder Metaphysik der heiligen Schrift als Lehre von den göttlichen Ideen und ihrer Entwicklung in Natur, Geist und Geschichte, 1846. In der Bibliothek Mooshausen befinden sich: Der Protestantismus in seinem Wesen, in seinem Verhältnis zur Idee und in seiner Entwicklung. Eine zur Säcularfeier der allgemeinen Synode v. Trient einleitende Betrachtung, in: Zeitschrift für Theologie 13 (1846); Der Geist des Christenthums, dargestellt in den hl. Zeiten, in den hl. Handlungen und in der hl. Kunst (1838). 2 Bde., Mainz 1880; Die christliche Dogmatik, Freiburg 1844.
Weitere Werke: Der Pragmatismus der Geistesgaben oder das Wirken des göttlichen ­Geistes im Menschen und in der Menschheit, 1835; Das Wesen der kath. Kirche. Mit Rücksicht auf ihre Gegner dargestellt, 1845.

38 Lauchert, Friedrich (1863, Meßkirch, bis 1944, Siersdorf/Jülich), Literatur- und Kirchenhistoriker. Guardini bezieht sich auf F. Lauchert, Franz Anton Staudenmaier (1800-1856). In seinem Leben und Wirken dargestellt, Freiburg 1901. Weitere Werke: Über Dante´s religiöse sittliche Weltanschauung, 1891; Die Lehre des Hl. Athanasius d. Gr., 1895; Die italienischen literarischen Gegner Luthers, 1912 u.a.

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