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Erster Teil. VORFRAGEN. l. Kapitel. Die Schriften Bonaventuras und ihr Beitrag zur Erlösungslehre. Bonaventuras zahlreiche Schriften sind, mit Ausnahme einiger besonderen Ordenszwecken dienender Stücke, sämtlich für seine Erlösungslehre irgendwie von Bedeutung. Ihr Verfasser war trotz seiner philosophischen Interessen doch vor allem Theologe und hat fast nur theologische und mystisch-aszetische Werke hinterlassen. So sind bei der zentralen Stellung der Soteriologie im theologischen Lehrsystem in ihnen allen Beiträge für dieses Lehrstück enthalten. Zudem war für Bonaventura der Zweck der Theologie neben dem theoretischen auch ein praktischer: „ut boni fiamus“ *1. Damit trat naturgemäß der Teil der Dogmatik, der am tiefsten in das praktische Leben eingreift, die Lehre von Christus und dessen Werk, ganz in den Mittelpunkt seines Denkens. Die meisten Schriften beschäftigen sich infolgedessen sehr oft mit dem soteriologischen Problem. Aber auch wenn dies nicht in besonderer Weise der Fall ist, wie z.B. in den Ordensschriften, treten doch überall Gedanken aus dem Umkreis des Erlösungsdogmas auf: in Beispielen, Begründungen und an den Stellen, wo nach Erledigung einer Frage oder eines Abschnittes Bonaventuras Denken wie von selbst in sein gewohntes Zentrum zurückkehrt und die Erörterung mit einigen Sätzen über Person und Werk des Erlösers ausklingen läßt. ++++ *1 E. Krebs, Theologie und Wissenschaft nach der Lehre der Hochscholastik, an der Hand der bisher ungedruckten „Defensa Doctrinae D. Thomae" des Hervaeus Natalis ... Beitr. z. Gesch. d. Phil. d. Mittelalt. ... XI, Heft 3-4, Münster 1912, S. 62. Bonaventura lehrt, „daß die Theologie weder rein praktisch, noch rein spekulativ, sondern eine Fertigkeit ist, welche beides umfaßt ..." | ||
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