Romano Guardini Online Konkordanz
Treffernummer:

 < Seite 175> 


Daß Er nur hindurchging durch diese Welt, kommend vom Vater und wieder zu Ihm zurückkehrend. Daß sein Hindurchgang irdisch ein Mißerfolg sein mußte; denn wenn es wahr ist, daß je edler etwas ist, es desto schwächer sein muß in dieser schweren und gewalttätigen Welt, dann gilt das für Ihn doppelt. Wenn wirklich Gott Mensch wurde, nicht als Mirakelwesen lebend - daß Er dies wollen solle, war ja die Versuchung Satans zu Beginn seiner Wirksamkeit! - sondern als wirklicher Mensch, "in allem uns gleich, außer der Sünde", dann mußte der also Mensch gewordene, Fleisch gewordene Gott in dieser Welt das Schwächste sein. Nicht umsonst ist gesagt, daß Gott Sich selbst "entleert", Sich "zunichte gemacht" habe, daß Er "ohnmächtig" geworden sei in der Welt.
Als Gott Mensch wurde, trat Er in den Zustand des Opfers ein.

Jesu Liebe

"Da Er die Seinen, die in der Welt waren, liebte ..."
Johannes 13,1
Mit unserer letzten Betrachtung sind wir am Innersten Jesu angelangt. An jenem Geheimnis, das jedesmal aufstrahlt, wenn Jesus "Ich" sagt; wenn Er dem anderen Menschen entgegentritt; wenn Er handelt und Schicksal erfährt. Und nun wollen wir an Jesu Liebe denken.
Er ist der große Liebende gewesen. Im ersten Johannesbrief heißt es: "Gott ist die Liebe." Das Wort könnte auch von Jesus gesagt werden, und schön würde es lauten: Jesus ist die Liebe.
Überall drängt die Liebe aus Ihm hervor. Überall an Ihm begegnen wir der Liebe. Aber wir wollen sie dort aufsuchen, wo ihre

 < Seite 175>