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Gottesferne Zum Passionssonntag *28 In Christus Jesus seid ihr, die ihr einst fern waret, nahe geworden.« (Eph 2,13) 1. Liebe Christen! Gestern nachmittag sind in den Kirchen die Kreuze verhüllt worden. Das Bild des Herrn ist nun unserem Blick entzogen. Früher war dieser Brauch noch eindrucksvoller. Da wurde am Eingang des Chores ein Vorhang herabgelassen; der schloß das ganze Chor. Man nannte ihn das Hungertuch. Wenn er herabgelassen war, konnte man nichts von dem Chor sehen, nicht den Altar, nicht die Bilder des Herrn und der Heiligen. Das hatte eine gar tiefe Bedeutung. Ihr wißt ja, das Chor sinnbildet den Himmel, die Nähe Gottes, denn in ihm steht der Altar, in dem wird das heilige Opfer gefeiert. Das Tuch nun sollte den Gläubigen in der Passionszeit sagen: »Durch eure Sünden seid ihr ausgeschlossen vom Himmel, fern dem Herrn und Seiner Gemeinschaft.« Seht, das gleiche bedeuten auch die violetten Tücher um die Kreuze in unserer Kirche. Sie alle sagen uns: »Durch eure Sünden seid ihr fern dem Herrn.« 2. »Fern dem Herrn« - das waren die Menschen, bevor der Heiland kam. Weit weg von Gott. Das ist gar schlimm. Wie schlimm ist es schon, wenn Menschen, die zusammengehören, einander fern sind. Das Kind von den Eltern; der eine Ehegatte von dem anderen. Der Krieg hat uns das bitter genug zu kosten gegeben. Aber es ist noch zu ertragen, wenn sie sich wenigstens | ||
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