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13. Brief vom 22.08.1912, Mainz. Mainz 22. VIII. 1912. Lieber Josef! Wenn Prof. Grabmann in Eichstätt mir zuschreibt*136, und mirs hier glückt fortzukommen, gedenke ich über Nürnberg oder Bamberg nach Eichstätt zu gehen und von da vielleicht über Ulm nach Beuron. Aber augenblicklich kann ich noch nichts sicheres sagen. Ich schreibe Dir, sowie ich im Reinen bin. - Jedenfalls halt Du Deine Absicht nur fest, und wenn ich nicht südwärts fahren kann, dann komm Du herauf! Wir werden sehr viel zu besprechen haben. - Jos. Willburger*137 hab' ich nun kennen gelernt und wir haben über allerlei Dinge gesprochen. Leider waren es bloß zwei Stunden. Manchmal meinte ich Du seist es der da redet, so sehr seid ihr euch in vielem bis auf den Ausdruck ähnlich. Gar sehr hat mich gefreut, daß Du Dich in der Pastoration wohlfühlst. Ich hab das immer empfunden, daß Du in das Leben in all seiner Mannigfaltigkeit hineingehörst. Und auch das kann ich wohl gestehen: so lieb ich die Wissenschaft und den Lehrberuf habe, manchmal graut mir doch vor dem Gedanken, vielleicht einmal das bunte Leben aufgeben und ins Einerlei der Anstalt eintreten zu sollen! - Gleichzeitig mit dem Brief schicke ich Dir meinen Aufsatz über »Die Beschäftigung mit der Kunst«, der in der Bonifatiuskorrespondenz erschienen ist.*138 Herzliche Grüße. Romano. 136 Grabmann, Martin (1875, Winterzhofen, bis 1949, Eichstätt), katholischer Theologe, bedeutender Erforscher der mittelalterlichen Philosophie und Theologie, Professor für Christliche Philosophie in Eichstätt bis 1913 und Wien 1913-1918, für Dogmatik in München 1918-1939. Guardini suchte ihn wegen einer möglichen Dissertation in Wörishofen auf, jedoch ohne Ergebnis. Vgl. BL, 22f. 137 Vgl. Br. 11 und 12, wo es sich aber um Georg Willburger handelt - ein Verschreiber Guardinis? 138 Vgl. Br. 8 und 10. | ||
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